ESCRITORES



O Banquete de Antinoos





Autor: Luiza Lobo
Título: The banquet of Antinous, Das bankett von antinoos, O Banquete de Antinoos
Idiomas: deu, eng, port
Tradutor: Marco A. de Oliveira (eng)
Data: 29/12/2004

DAS BANKETT VON ANTINOOS

Luiza Lobo

Neusa war eine gutsituierte berufstätige Frau, eine sehr ernste Strafverteidigerin. Sie war so ernst, daß viele sie auslachten, besonders die Laufburschen und Putzfrauen, einfaches Volk, modernere Menschen, die es ihr anmerkten, wie démodée ihr Verhalten war. Das waren diese Leute, die ihre kleine Stände am Ende des Korridors des Tribunals aufbauten, um Kondome, Schmieröl??Gleitmittel? und besonders anregende chinesische Salben zu verkaufen.
Neusa hatte geheiratet, weil sie es brauchte, psyschisch. Sie haßte es, wenn sie sich einsam und hilflos fühlte, weil sie bald schon über 40 sein würde. Nelson ist ihr zur richtigen Zeit erschienen. Er sieht sogar gut aus, nur ein bißchen gaunerisch??? – außerdem müßte er nicht so laufen, mit den Füßen nach außen gedreht, wie um zehn vor zwei, den Schuhe an die Seiten zertretend. Und er müßte damit aufhören, sich in Kaufhäusern einzukleiden; aber er ist ihr treu, oder er sagt es, und sie ist sehr glücklich; er ist nicht reich, oh, das nichts, aber man kann sich nicht so viel wünschen; Gesundheit ist ihr genug, und Geld verdient sie mit ihrer Arbeit. Wo einer ißt, essen auch zwei, ja, das Alter ist bereits vorbei, um Kinder zu bekommen, man braucht nicht viel Geld, nur eventuell ein Wochenende auf den Bergen, ein Abendessen bei Kerzenlicht, einmal in der Woche, ein Theaterstück und ein Film wöchentlich und einige Kosmetikprodukte, inklusive ein Fläschen importiertes Parfüm, ein Haarwaschmittel von der Marke, die frisch auf dem Markt ist, etwas modernes make-up, solche Sachen. Aber sie ist nicht oberflächlich, man kann sie nicht als oberflächlich bezeichnen, aber nach 40 muß man sich ein bißchen mehr pflegen, nicht wahr? Wichtig ist, daß sie verheiratet ist. Verheiratet! Sie kann aus dem Tribunal kommen und die Pantoffeln und einen Bademantel anziehen und sich ausstrecken, neben jemandem, der nur ihr gehört! Gewiß, sie bringt auch Akten mit nach Hause, ganz dicke, die ihre ganze Aufmerksamkeit verlangen, und es ist schwierig, sie zu analysieren, während er den Fernseher anhat und eine Seifenoper nach der anderen sieht, danach will er ein Süppchen haben und der Abend vergeht so und sie hat noch fast keine Akte gelesen, und am nächsten Tag ist die Verhandlung mit den Parteien. Aber es ist schön zu sehen, daß die Monate vergehen, ohne daß etwas Außerordentliches passiert! Nichts. Bis zu dem Tag, wo ihr ein Gedanke durch den Kopf geht: Ihr Mann ist ihr nicht treu. Wieso hat sie das nicht vorher gemerkt? Alle Männer, die Frauen heirateten, die über 40 und reicher waren als sie, waren ihnen nicht treu. Logisch. Logisch. Sie fängt an, sich gehen zu lassen. Sie zieht es vor, ihn zu beobachten. Sie findet es verdächtig, daß er nach der letzten Seifenoper ausgeht, um Zigaretten zu kaufen. Da sie aber sehr schläfrig ist, weiß sie nie, wann er wieder ins Bett geht. Die sexuellen Kontakte werden rarer. Alles wird suspekt um sie herum. Deswegen ist sie Strafverteidigerin geworden. Da ist etwas faul. Eines Abend entschließt sie sich, ihn zu verfolgen, nach der letzten Seifenoper. Sie fängt auch an, kleine Einkäufe zu machen, entweder eine spezielle Zeitung am Kiosk am Ende Leblons, oder ein schwarzes Brot weiß-ich-nicht-wo. Sie ist unruhig, schlecht angezogen. Sie findet, daß die Augenringe sie noch älter machen. Sie ist todmüde bei der Arbeit. Fühlt sich unsicher.
Dann kommen die kleinen schriftlichen Nachrichten. In Wirklichkeit sehen sie sich kaum noch. Es ist nicht absichtlich. Aber tagsüber arbeitet Neusa. Und nachts geht Nelson Zigaretten kaufen. Sie macht sich nicht mehr die Mühe, zum Abendessen hochzugehen. Sie ißt zu Abend bei McDonald’s, gleich gegenüber, noch in Arbeitskleidern – von dort aus kann sie ihn beobachten, wenn er nach der Seifenoper ausgeht. Deswegen bleibt sie bis spät bei der Arbeit, und überprüft Akten. Sie hat sich daran gewöhnt, ein Paar flache Schuhe mitzunehmen, für den Nachtlauf. Sie entdeckt, daß er in viele Nachtclubs hineingeht. Meistens gibt sie auch und wartet nicht auf ihn, so müde ist sie. Sie verliert einen Fall, weil der Mörder der Sohn von einem wichtigem Menschen ist, und sie nicht in der Lage war, den Fall gegen das Netz der brasilianischen Vetternwirtschaft genügend zu begründen. Sie fürchtet sich vor der definitiven Demoralisierung in den Anwaltskreisen. Sie war zu naiv, hat dem Fall nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt, macht sich jetzt Vorwürfe. In der Zwischenzeit läuft der Schuldige frei herum, fährt sein importiertes BMW. Es ist empörend. Was ist denn das für ein Land? Es ist ihre Schuld, denkt sie. Morgens geht sie früh aus dem Haus, und läßt ihn wie einen Engel schlafen. Sie diskutieren nie darüber, was passiert. Samstag und Sonntag verbringen sie mit Tennisspielen, Schwimmen, Abendessen und Theaterabenden, und sich unterhalten geht eben nicht. Dieses unruhige Leben heutzutage! An einem Samstag, an dem er am späten Nachmittag nach Petrópolis fährt, unter irgendeinem Vorwand, bereitet sie sich vor, ihm zu folgen. Sein Auto – allerdings ein Geschenk von ihr – gleitet in Richtung Alto da Boa Vista. Sie verfolgt ihn und hält einen großen Abstand. Er bremst vor einem Tor, in der Höhe von Furnas. Hupt dreimal. Das Tor wird von einem Diener mit Handschuhen geöffnet. Sie hat weit weg geparkt und wartet im Auto. Aber er fährt nicht mehr raus. Sie läßt das Auto einfach so stehen und nimmt sich vor, zu entdecken, was auf der anderen Seite der durch hohe Pflanzen geschützten Mauer geschieht. Es war doch nicht umsonst, daß sie fast das ganze Leben gelernt und studiert und diverse Spezialisierungskurse in Strafverteidigung gemacht hat. Sie dringt in das Haus von der Gartenseite ein, springt über eine niedrige Mauer. Die Temperatur ist sehr niedrig, weil der Wald so nah ist. Beinahe stolpert sie am Ufer eines Sees, so dunkel ist es. Sie hat große Angst. Von weit weg kommt eine anziehende Musik, die an arabische Lieder – wie beim Bauchtanz – erinnert, nur etwas langsamer. Sie ist von der Ruhe des orientalischen Stils des Gartens fasziniert, der irgenwie zen ist, sehr einfach und sauber, aber sie ist nicht vorbereitet auf die Szene, die sie durch das Glas der Veranda erblickt, worauf sie stößt, so groß ist der Schrecken. Eine Reihe von nackten Männern spielt kleine Elefanten, schleicht auf den Knien über den persischen Teppich im Wohnzimmer, bei Bauchtanzmusik. Als ersten der Reihe sieht sie den Schnurrbart ihres Mannes, der seine Anhängsel zeigt, an denen der zweite kleine Elefant hängt! Er schwankt, stößt an einen Aschenbecher auf dem Metalltisch, der Aschenbecher zerbricht auf dem Keramikboden der Veranda, der Lärm verrät sie, und sie kann nicht einmal laufen, so groß sind die Angst und die Verwirrung. Sie merkt, daß jemand Hunde freigelassen hat, sie kann nicht schreien, ihre Stimme bleibt im Hals stecken! Die scharfen Hunde kommen näher in der Dunkelheit, kommen in ihre Richtung – sie spüren ihren Geruch, den Geruch einer Frau, so anders als das Übliche hier, es sind trainierte Hunde, sie hat keine Kraft, um den Tisch, der auf sie gefallen ist, zu heben, der erste springt an ihren Hals, ein anderer zerreißt ihre Kopfhaut, ein Auge rollt durch die Veranda, Zähne zermahlen ihr Bein – und zerreißen ihre importierten Nylonstrümpfe. Und inmitten von Knurren, Geheule, hört sie, daß die Schiebetür der Veranda geöffnet wird, erkennt den sehr gut bekannten Schnurrbart, und fühlt sich in das All versetzt, während eine weibische Stimme schreit: Ruhig, Ninja! Ruhig, Schwarzenegger! Ruhig, Tarzan! Ein durch das verbleibende Auge – voller Blut – erblickter Mond, beleuchtet das Gesicht mit dem Schnurbart. Er hält sie jetzt in den Armen, leicht, in seinen starken Armen; für einen Moment träumt sie von ihren Flitterwochen, leichte Feder, die das Grasfeld überquert. Schade ist nur, daß der Schmerz unerträglich ist, aber es ist ein Mond aus Blut, während er sie davonträgt, weil er ihr den Hals quetscht. Im Wasser, die roten und goldenen Fische vom japanischem See verwandeln sich in Piranhas, die den Rest ihres Körpers zerfleischen, und nur die nackten Knochen übrig lassen.

THE BANQUET OF ANTINOUS

Luiza Lobo

Neusa was a successful professional, a very serious criminal lawyer. She was so serious that many laughed at her, especially the office runners and cleaning women, everyday people, who saw how old fashioned she was. And then there were these people who put up stands at the end of the hallway just outside the courthouse, selling condoms, oil lubrificants, and especially arousing Chinese ointments.
Neusa got married because she needed to – psychologically, at least. She was horrified by the thought of feeling lonely and abandoned, for soon she would be in her forties. Nelson appeared to her at just the right time. He was quite presentable, only a little rough around the edges; for example, he didn’t need to walk with his feet pointing outward. And he needed to stop with that habit of dressing in department stores. But he was faithful to her, or at least he said so, and she was very happy. He wasn’t rich, not at all, but she felt that at this point she couldn’t really ask for too much. She was content with just being healthy, and she made enough money to live comfortably with her job. Where one eats two eat. Oh, she was past the age of having kids, so a lot of money wasn’t necessary – only a weekend trip to the mountains every now and then, a candlelight dinner once a week, periodic visits to the theater, the movies, and of course a few necessary items for her toilette, such as imported perfume, the newest shampoo brands, some new make up, things like these. She was not frivolous, and was never taken to be. It’s just that, at 40, one needs to take a little more care of oneself, right? What was important was that she was married. Married! She could arrive from the courthouse and put on a pair of slippers and a robe after her bath and sprawl out next to someone that was all hers. It was true that she brought legal processes home her workload was excessive and demanded all of her attention and It was very difficult to analyze and with the television turned on. He would watch one program after another, then ask for some soup, and the night would go on like this, without her having read almost anything. The next day there would be a hearing with all the parties involved. But it was great to see the months passing by without anything extraordinary happening. Nothing!
Then one day an idea crosses her mind: her husband is not faithful. Why hadn’t she realized this sooner? All men who marry richer women over 40 aren’t faithful to them. Of course, of course. She begins not to care much for her make up; she prefers to check up after him. She thinks it is suspicious that he goes out after the last TV show to buy cigarettes. Since she is usually very sleepy, she never checks what time he comes back to bed. Their sexual relations are scarcer. Everything becomes suspect around her. It is precisely for this reason that she had studied Criminal Law. One night she decides to follow him after the last show is over. She also pretends she has to do a little shopping, a special newspaper at the newsstand at the end of Leblon, another night a loaf of stale black bread from who knows where. She becomes more agitated, restless, and dresses carelessly. She feels insecure, can hardly stay awake at work, and shadows grow under her eyes, adding a few more years to her age.
Neusa and Nelson begin to leave each other notes. Eventually, they seldom see each other at all. However, it is not on purpose. During the day, Neusa works. And at night Nelson goes out to buy cigarettes. With Nelson out she doesn’t even bother going upstairs to eat dinner anymore. She eats right after work at the McDonald’s across the street. From there, she can spy on him when he leaves after the show. She stays late at work looking over legal processes. She acquires the habit of bringing a pair of low-heeled shoes with her for the night chase. She discovers that he goes into nightclubs. Most of the time she doesn’t have the energy to wait for him to leave. This affects her work. She loses a case because the assassin is the son of somebody influential. Actually, she didn’t establish her case well enough. She fears complete demoralization in her legal circle. She had played naive and didn’t give enough attention to the case, and now she condemns herself. Meanwhile, the guilty one is loose on the streets, with his imported BMW. It was revolting. What kind of country is this? She blames herself. In the morning, she leaves early, while he sleeps like an angel. They never discuss what is happening. Saturday and Sunday are spent amongst tennis matches, swimming, dinners and plays, and it is really almost impossible to talk about anything. Life is so agitated these days!
On Saturday afternoon, when he was going to Petrópolis, with whatever excuse of his, she prepares to follow him. His car – actually, a present of hers – glides in the direction of Alto da Boa Vista. She follows him at a distance. He brakes in front of a gate, near Furnas. He honks three times. A butler wearing gloves opens the gate. She waits inside the car, parked at a safe distance. But he doesn’t come out anymore. She leaves the car where it is and decides to find out what is happening on the other side of the wall, protected by thick vegetation. It wasn’t for nothing that she had studied her entire life taking various specialized courses in Criminal Law, all right! She penetrates by the garden, jumping over a short wall. The temperature is cooler because of the forest nearby. She almost trips over the ledge of a pond in the darkness. She is very afraid. From afar, a faint sound of music comes to her ears. It reminds her of Arabian music, as if for belly-dancing, in its slowest form. She is taken aback by the tranquil arrangement of the garden. It has a Zen flavor – very simple and clean. She is in no way prepared, however, for the scene she witnesses through the window of the veranda, which causes her to stumble, such was the shock. A line of naked men playing elephant, dragging on their knees across a Persian rug to the sound of belly-dancing music. In the lead is her husband´s mustache, who has other trinkets showing, by which the second elephant holds on! She staggers, and stumbles over a metal table. An ashtray shatters into pieces on the tile floor of the veranda, the noise betrays her, and she is paralyzed from dread and bewilderment. She realizes that someone has let the dogs loose, and she can’t scream, her voice gets caught in her throat! In the dark the guard dogs approach, coming in her direction, sensing a different smell than usual, her woman’s scent. They are trained breeds, and she isn’t strong enough to lift the table that had fallen on her. The first one jumps at her throat, the other rips into her scalp, one eye rolls on the veranda, and teeth take pieces out of her leg – her imported pantyhose is torn to shreds. In the middle of the growls and snarls that lacerate her, she hears the sound of the veranda door sliding open, recognizes a well-known mustache, and feels herself being lifted up while a womanly voice shouts: Quiet, Ninja! Quiet, Schwarzenegger! Quiet, Tarzan! Bathed in blood, the eye that remained glimpses at the moon, which illuminates the face with the mustache that now holds her, light, in his strong arms; for a moment she reminisces over her honeymoon, light as a feather crossing the grass. What a pity, such unbearable pain, but now it is a bloodymoon. As he carries her away, he squeezes her by the throat. In the water, the red and gold fish in the Japanese pond become piranhas that finish off devouring the meat, leaving only bare bones.

Translated by
Marco A. de Oliveira
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(*) Lobo, Luiza. O banquete de Antinous. In: —. Sexameron. Novelas sobre casamentos. Contos. Rio de Janeiro, Relume-Dumará, 1997. p. 19-23.
Luiza Lobo teaches Comparative Literature and Theory of Literature at the Federal University of Rio de Janeiro. She is a translator of Virginia Woolf, Edgar Allan Poe, Jane Austen and others, and she has published five books of short stories: Por trás dos muros (1976), Vôo livre (1982), A maçã mordida (1992), Sexameron (1997) e Estranha aparição (2000).
Email: litcult@infolink.com.br
Marco de Oliveira graduated in Religious Studies from the University of South Carolina Honors College and is currently preparing for his graduate work in Comparative Literature.
Email: mahaviira_marco@hotmail.com

O BANQUETE DE ANTINOOS

Luiza Lobo

Neusa era uma profissional bem-sucedida, uma advogada criminal muito séria. Tão séria que muitos chegavam a rir dela, principalmente os mensageiros e faxineiras, gente do povo, mais moderninha, que percebe como ela era démodée em seu comportamento. Dessa gente que monta barraquinhas de camelô no final do corredor do tribunal, vendendo camisinhas, óleos lubrificantes e pomadas chinesas especialmente excitantes.

Neusa se casou porque precisava, psicologicamente. Tinha horror a se sentir sozinha e desamparada, pois logo ia passar dos quarenta. Nelson lhe apareceu em boa hora. Até que ele é bem apessoado, só uma pontinha cafajeste – além disso, não precisava andar com os pés ligeiramente abertos, tipo dez para as duas, calcando lateralmente os sapatos. E precisava terminar com aquele hábito de se vestir em lojas de departamentos. Mas ele lhe é fiel, ou assim o diz, e ela está muito feliz, não é rico, oh, isso não, também não pode querer muito. Saúde já lhe basta, e dinheiro ela obtém com seu trabalho. Onde come um, comem dois, oh, já passou da idade de ter filhos, não é preciso muito dinheiro, só um fim de semana eventual nas montanhas, um jantar à luz de velas, uma vez por semana, um teatro e um cineminha semanais e algumas comprinhas para a toalete, incluindo um perfuminho importado, um xampu de marca recém-lançada, alguma maquiagem nova, coisas assim. Mas ela não é fútil, não a tomem por fútil, é que depois dos quarenta é preciso caprichar um pouco mais, não é mesmo? O importante é que está casada. Casada! Pode chegar do tribunal e colocar chinelos e um roupão após o banho e se espreguiçar ao lado de alguém só seu! É verdade que traz processos para casa, são gordíssimos e requisitam toda a sua atenção, e é muito difícil analisá-los enquanto ele tem a televisão ligada e assiste a uma novela atrás da outra, depois pede uma sopinha e a noite vai assim e ela não leu quase processo nenhum, e no dia seguinte haverá audiência com as partes. Mas é bom ver os meses se passarem sem que nada de extraordinário aconteça! Nada. Até o dia em que uma ideia lhe cruza a cabeça: seu marido não lhe é fiel. Como não percebera isso antes? Todos os homens que se casavam com mulheres de mais de quarenta anos e mais ricas do que eles não lhes eram fieis. Lógico. Lógico. Começa a descuidar da maquiagem. Prefere espreitá-lo. Acha suspeito que saia após a última novela para comprar cigarros. Como ela tem muito sono, nunca verifica a hora em que ele volta para a cama. Espaçam as relações sexuais. Tudo se torna suspeito a sua volta. Por isso estudou advocacia criminal. Aí tem dente de coelho. Uma noite resolve segui-lo, após a última novela. Ela também dá para sair para fazer comprinhas, é um jornal especial na banca do final do Leblon, é um pão preto não sei onde. Está inquieta, mal vestida. Parece-lhe que as olheiras aumentam sua idade. Morre de sono no trabalho. Sente-se insegura.

Começam os bilhetinhos. Na verdade, já quase não se encontram. Não é de propósito. Mas de dia, Neusa trabalha. E de noite, Nelson sai para comprar cigarros. Ela nem se dá ao trabalho de subir para jantar. Come no McDonald’s em frente, ainda vestida com a roupa da rua, de onde pode vigiá-lo quando sai, após a novela. Por isso, fica no trabalho até mais tarde, conferindo processos. Adquiriu o hábito de levar consigo um par de sapatos baixos, para a corrida da noite. Descobre que ele entra em muitas boates. Na maioria das vezes, desiste de esperá-lo sair, de pura exaustão. Perde uma causa, porque o assassino é filho de alguém importante e ela não fundamentara a causa suficientemente para enfrentar a rede de compadrios brasileira. Teme sua desmoralização definitiva no meio advocatício. Bancou a ingênua, não deu suficiente atenção à causa, condena-se. Enquanto isso, o culpado fica solto na rua, com sua BMW importada. Era revoltante. Que país é esse? A culpa era dela, pensava. De manhã, ela sai cedo, deixando-o adormecido como um anjinho. Nunca discutem o que está acontecendo. O sábado e o domingo são passados entre jogos de tênis, natação, jantares e teatros, e quase não dá mesmo para conversar nada. Esta vida tão agitada de hoje em dia! Num sábado em que ele vai a Petrópolis ao entardecer, com uma desculpa qualquer, ela se prepara para segui-lo. O carro dele – presente dela, aliás – desliza na direção do Alto da Boa Vista. Ela o segue a grande distancia. Ele freia diante de um portão, na altura de Furnas. Buzina três vezes. O portão é aberto por um mordomo de luvas. Ela estacionara o carro a distancia. Fica aguardando dentro do carro. Mas ele não sai mais. Ela larga o carro por ali mesmo e resolve descobrir o que se passa do outro lado do muro protegido por alta vegetação. Não foi à toa que estudou a vida inteira e fez diversos cursos de especialização em Advocacia Criminal, ora. Penetra na casa pelo lado do jardim, pulando um muro baixo. A temperatura está bastante fria, devido à floresta próxima. Quase tropeça na beirada de um lago, tal a escuridão. Sente muito medo De longe, vem uma música insinuante, lembrando canções árabes do tipo dança do ventre, na sua forma mais lenta. Está tomada pela tranquilidade do arranjo oriental do jardim, que tem uma faceta zen, muito despojado e limpo, mas não está nada preparada para a cena que avista do outro lado da vidraça da varanda, em que esbarra, tal é o susto. Uma fila de homens nus brincam de elefantinho, arrastando-se de joelhos sobre o tapete persa da sala, ao som da música do ventre. Puxando a fila estão os bigodes de seu marido, que tem outros penduricalhos à mostra, aos quais se agarra o segundo elefantinho! Cambaleia, esbarra num cinzeiro sobre a mesa de metal, o cinzeiro se espatifa no chão de ladrilho da varanda, o estardalhaço a denuncia e nem consegue correr de tanto pavor e atordoamento! Percebe que alguém soltou cachorros, não consegue gritar, sua voz se prende na garganta! Aproximam-se cães filas no escuro, vêm em sua direção, sentindo o seu cheiro de mulher, diferente do habitual ali, são filas treinados, ela não tem forças para levantar a mesa que caiu sobre ela, o primeiro salta em sua garganta, outro lhe rasga o couro cabeludo, um olho rola pela varanda, dentes estraçalham sua perna – rasgaram sua meia de náilon importada. Em meio a rosnados, uivos, dilacerando-a, ouve o ruído da porta de correr da varanda que se abre, reconhece uns bigodinhos muito íntimos, sente-se alçar no espaço enquanto uma voz efeminada grita: Quieto, Ninja! Quieto, Schwarzenegger! Quieto, Tarzan! Uma lua entrevista pelo olho que restou, banhado em sangue, ilumina o rosto de bigodinho, que agora a segura, leve, em seus braços fortes; por um momento, sonha com sua lua-de-mel, pluma leve atravessando o gramado. Pena é a dor, insuportável, mas é uma lua de sangue, enquanto ele a carrega para longe dali, pois ele lhe aperta o pescoço. Dentro da água, os peixes vermelhos e dourados do lago japonês se transformam em piranhas que terminam de dilacerar-lhe as carnes, deixando só ossos nus.

Fonte: Lobo, Luiza. O banquete de Antinoos. In: Lobo, Luiza. Sexameron. Novelas sobre casamentos. Rio de Janeiro, Relume-Dumará, 1997. p. 19-23.



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